Was machen Freimaurer eigentlich in der Loge?
Spekulationen gibt es reichlich. Daran sind die Freimaurer nicht ganz unschuldig. Dabei ist alles eigentlich ganz einfach, unspektakulär und redlich.
Die grundlegende Aufgabe des Freimaurers ist zunächst einmal die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit basierend auf den Grundsätzen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Die Loge bildet den Rahmen, um diese Werte zunächst einmal in der abgeschlossenen Gruppe einzuüben und zu fördern. Das wird erreicht durch Vorträge, Diskussionen, freundschaftliche Gespräche und einen besonderen Umgang miteinander, den wir als „brüderlich“ bezeichnen. Nicht zuletzt unsere rituellen Zusammenkünfte spielen in der Einübung und Verfestigung von Werten eine maßgebliche Rolle.
Damit ist die primäre Aufgabe einer Loge zunächst einmal erschöpft. Das mag zunächst banal erscheinen, wer sich aber über die Folgen Gedanken macht, die die Ausübung einer solchen Geisteshaltung in allen Bereichen des Lebens nach sich zieht, wird die Tragweite dieser Aufgabenstellung erkennen. Die Form ist unspektakulär, die Folgen sind es nicht. Freimaurerei ist Evolution, nicht Revolution.
Viele Logen, so auch unsere, sind nicht unwesentlich karitativ tätig und verbinden dies gern mit Kultur. Wir haben in der Vergangenheit beispielsweise viele Ausstellungen und Konzerte veranstaltet (siehe: Chronologie). Die wohltätigen Aufgaben sind vor allem auf Menschen in der Region ausgerichtet, die in schicksalhafte Umstände geraten sind und sich nicht unmittelbar selbst helfen können. Unsere Hilfen sind in der Regel diskret und werden nicht öffentlich publiziert.
Politisch oder weltanschaulich werden Logen nicht tätig, dazu sind die Anschauungen in der Bruderschaft viel zu unterschiedlich. Es ist aber jedem einzelnen Mitglied unbenommen, sogar erwünscht, sich in weiteren Organisationen gesellschaftlich oder politisch zu engagieren, sofern den fünf Grundprinzipien der Freimaurerei gefolgt wird: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität,
Die Brüder treffen sich wöchentlich im Logenhaus. Dabei gibt es “Bruderabende”, an denen üblicherweise ein Vortrag gehalten wird. Die Brüder wechseln sich dazu ab, das Thema wählt der Vortragende, und im Anschluss daran wird darüber diskutiert – insgesamt sehen wir dafür eine gute Stunde vor.
Nach dem gleichen Schema verlaufen auch unsere „Gästeabende“.
Nach den Bruder- oder Gästeabenden werden noch kurz organisatorische Dinge angesprochen, anschließend verbleibt man in zwangloser Runde.
Einmal im Monat findet eine rituelle Zusammenkunft statt. Der Ablauf ist einem streng geregelt und in allen Logen der Welt sehr ähnlich. Unsere rituellen Zusammenkünfte, die sogenannten „Tempelarbeiten“, haben eine lange Tradition und wurden in allen Kulturen gepflegt. Diese Arbeiten schaffen den Raum für Initiationen, metaphorische Wechselgespräche und symbolische Handlungen, Kontemplation und Konzentration auf eigene Erkenntnisse. Sie dienen der Entspannung, Besinnung und Meditation, haben aber keinerlei Bezug zu Religion oder Esoterik.
Die Freimaurerei wurde seit jeher angefeindet und verleumdet. Feinde waren immer diejenigen, die sich durch die Freiheitsideale, die neuen Ideen und das undogmatische Denken der Freimaurer bedroht sahen: engstirnige Religiöse und machthungrige Diktatoren. Freimaurer agieren diskret und zurückgezogen – zumindest in Deutschland war das immer so. Kein Wunder also, wenn viele Gerüchte in Umlauf kommen.Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich eine ganze Generation nicht an die Öffentlichkeit getraut, und die nachfolgende hielt „vornehme Zurückhaltung“ für angebracht. Dabei war die Freimaurerei in vielen anderen Ländern immer ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Doch die Zeiten ändern sich, seit einiger Zeit kehren die deutschen Freimaurer mehr und mehr in das Licht der Öffentlichkeit zurück.

